Erbrecht

Das Erbrecht begegnet uns im Leben im Wesentlichen in zwei Bereichen. Zum einen stellt sich jeder von uns von Zeit zu Zeit die Frage, was mit unserem Vermögen nach unserem Tod geschehen soll. Weil das Beschäftigen mit dieser Frage mit dem Thema Tod verbunden ist, verdrängen wir die Gedanken zumeist schnell wieder. Dabei ist es für uns alle wichtig, die Weichen für die nächste Generation, für Angehörige und Freunde zu stellen, denn ohne eine letztwillige Verfügung gilt die gesetzliche Erbfolge. Diese entspricht in den meisten Fällen aber nicht unseren persönlichen Verhältnissen, Vorstellungen und Wünschen. Dabei haben wir es selbst in der Hand, darüber zu bestimmen, wer unser Vermögen nach unserem Tod einmal bekommen soll. Wir können durch letztwillige Verfügungen bei Zeiten dafür vorsorgen, späteren Streit und Ärger in der Familie zu vermeiden. Wir helfen Ihnen dabei, Ihren letzten Willen richtig umzusetzen. Das Entscheidende bei der Abfassung eines Testamentes ist neben der Einhaltung der Formvorschriften der Umstand, dass die richtigen Begrifflichkeiten gewählt werden, die die Hinterbliebenen in die Lage versetzen können, Ihren letzten Willen auch richtig zu verstehen. Wollen Sie beispielsweise einer bestimmten Person etwas aus Ihrem Vermögen zukommen lassen, ohne diese gleich als vollständigen Erben einzusetzen, so ist dies im Wege eines Vermächtnisses möglich. In diesem Zusammenhang kommt es entscheidend darauf an, dass die richtigen Formulierungen gewählt werden. Sie müssen beachten, dass Sie nach Ihrem Tod nicht mehr befragt werden können. Darüber hinaus werden wir mit dem Erbrecht oftmals im Zusammenhang mit dem Tod eines Verwandten oder Bekannten konfrontiert.

Zumeist stellen sich hier zahlreiche Fragen. Was ist direkt nach dem Erbfall zu tun? Wie ist ein hinterlassenes Testament auszulegen? Brauche ich einen Erbschein? Müssen Pflichtteilsansprüche berücksichtigt werden? Müssen Erbschaftssteuern gezahlt werden? Welche Rechte und Pflichten bestehen in einer Miterbengemeinschaft? Wir helfen Ihnen in einem Erbfall dabei, einerseits die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und andererseits Ihre Rechte wahrzunehmen.

Wir haben mit Rechtsanwalt Volker Willemsen einen im Erbrecht erfahrenen Rechtsanwalt in unserem Team, der in der Lage ist, die von Ihnen angedachte letztwillige Verfügung, also ein Testament, mit Ihnen zu durchdenken und sodann in der für Sie bestmöglichen Art und Weise umzusetzen. In einem Erbfall ist er Ihnen in allen erdenklichen Fragen behilflich.

Testament / letztwillige Verfügung

Sie haben sich sicher von Zeit zu Zeit die Frage gestellt, was mit Ihrem Vermögen nach Ihrem Tod geschehen soll. Für uns alle ist es wichtig, die Weichen für die nächste Generation, für Angehörige und Freunde zu stellen, denn ohne eine letztwillige Verfügung gilt die gesetzliche Erbfolge. Bei der gesetzlichen Erbfolge hat sich der Gesetzgeber von dem Gedanken leiten lassen, dass in erster Linie diejenigen als Erben bedacht werden sollen, die dem Erblasser familiär am nächsten stehen. Das sind in der Regel die Ehegatten, Lebenspartner, Kinder und Enkelkinder. Wenn diese nicht vorhanden sind, sollten die nächsten Verwandten als Erben an ihre Stelle treten. Dieses pauschal gestaltete Erbrecht entspricht in den meisten Fällen nicht den Vorstellungen des Erblassers. In den meisten Fällen möchte man die Erbfolge anders gestalten, als es der Gesetzgeber vorgesehen hat. Viele möchten von der gesetzlichen Erbfolge abweichende Erben einsetzen oder möchten beispielsweise einzelne Gegenstände an Personen vermachen, die nicht gleichzeitig Erben werden sollen. Wir möchten Ihnen an einem Beispiel erläutern, dass die Erbfolge oftmals nicht mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt. Sofern beispielsweise in einer Ehe mit zwei Kindern einer der beiden Ehepartner stirbt, so erwirbt nicht etwa der andere Ehepartner als Alleinerbe das gesamte Vermögen des verstorbenen Ehepartners. Vielmehr besteht zwischen dem überlebenden Ehepartner und den Kindern eine Miterbengemeinschaft. Dies ist insbesondere bei minderjährigen Kindern in den meisten Fällen nicht sinnvoll, vom Gesetzgeber aber so vorgesehen. Möchte man dies anders gestalten, so muss man eine letztwillige Verfügung etwa in Form eines Testamentes verfassen.

Bei der Abfassung eines Testamentes oder einer anderen letztwilligen Verfügung kommt es darauf an, dass einerseits die Form gewahrt wird. Andererseits ist es von enormer Bedeutung, dass in der letztwilligen Verfügung die richtigen Begrifflichkeiten verwandt werden, damit Ihre Hinterbliebenen Ihren letzten Willen auch richtig „Entschlüsseln“ können. Sie selbst können dazu nicht mehr befragt werden. Daher gilt es, dass klare und für die Erben verständliche Formulierungen gewählt werden, die Ihren Willen zum Ausdruck bringen und die sicherstellen, dass Ihr Wille auch später nach Ihrem Tod richtig umgesetzt wird. Mit der richtigen Formulierung und damit den klaren Vorgaben für die Erben, werden zudem erbitterte Erbrechtsstreitigkeiten vermieden.

Wir helfen Ihnen dabei, hier den richtigen Weg für Sie zu finden und eine auf Sie zugeschnittene erbrechtliche Verfügung, etwa in Form eines Testamentes zu verfassen.

Erbvertrag

Ein Erbvertrag unterscheidet sich vom Testament im Wesentlichen dadurch, dass die dort getroffenen Bestimmungen nicht einseitig vom Erblasser widerrufen werden können. Ein Testament können Sie in den meisten Fällen jederzeit widerrufen und ein neues Testament aufsetzen. Der Erbvertrag bietet den Erben also eine erhöhte Planungssicherheit. Dafür besteht nicht selten ein praktisches Bedürfnis. So wird ein Kind eines Firmeninhabers etwa oftmals nur dann bereit sein, im elterlichen Betrieb mitzuarbeiten, wenn es auch Nachfolger des elterlichen Betriebes wird. Dies lässt sich verbindlich in einem Erbvertrag regeln. Der Erbvertrag ist im Übrigen für Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft die einzige Form, in der gemeinschaftliche letztwillige Verfügungen getroffen werden können. Eine letztwillige Verfügung in Form eines gemeinschaftlichen Testamentes steht nur den Ehepartnern oder Partnern einer eingetragenen Lebenspartnerschaft zur Verfügung.

Pflichtteilsrecht

Grundsätzlich können Sie in Ihrem Testament frei bestimmen, wenn Sie zu Ihren Erben einsetzen und wen nicht. Sie können auch Ihre nächsten Angehörigen als in Frage kommende gesetzliche
Erben bei Ihrem Testament unberücksichtigt lassen und somit, wie man sagt „enterben“. Der Gesetzgeber empfindet es allerdings als nicht gerecht, wenn in einem Erbfall die engsten Angehörigen, also die Kinder oder die Eltern sowie der Ehepartner, die ohne eine testamentarische Verfügung gesetzliche Erben geworden wären, von dem Nachlass des Verstorbenen gar nichts erhalten. Entsprechendes gilt für den überlebenden Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Diesem engen Personenkreis sichert der Gesetzgeber daher den sogenannten „Pflichtteil“ zu. Der Pflichtteil beläuft sich der Höhe nach auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, also dessen, was der Erbe an sich erhalten würde, wenn der Erblasser kein Testament hinterlassen hätte. Bei Eheleuten ist die Lage je nach Güterstand etwas komplizierter. Hier ist zu empfehlen, sich im Bedarfsfallrechtlichen Rat einzuholen. Gleichwohl bestehen Möglichkeiten, das Pflichtteilsrecht in gewisser Weise zu umgehen. Hier bieten sich verschiedene gestalterische rechtliche Möglichkeiten an. Wir beraten Sie gerne auch im Bereich des Pflichtteils und helfen Ihnen Ihre Rechte durchzusetzen.

Vermächtnis

Im Erbfall geht der gesamte Nachlass auf den oder die von Ihnen bestimmten Erben über. Der Erbe wird also Eigentümer oder in einer Erbengemeinschaft Miteigentümer des gesamten Nachlasses. Dabei umfasst der Nachlass Ihr gesamtes Vermögen. Nun verhält es sich aber in der Regel so, dass es eine Reihe von Personen gibt, die Ihnen ebenfalls nahestehen und die Sie in einem Testament möglicherweise ebenfalls bedenken möchten, wie etwa entferntere Verwandte, Kollegen, eine Angestellte oder aber auch eine Institution. Dafür besteht die Möglichkeit, außer den Erben weitere Personen zu benennen, die beispielsweise einen bestimmten Gegenstand oder einen Geldbetrag erhalten sollen, ohne dass diese Erben werden. Wenn Sie jemanden Bedenken möchten, ohne ihn gleichzeitig
als Erben einzusetzen, so können Sie dies in Form eines Vermächtnisses tun. Im Gegensatz zur Erbschaft verhält sich ein Vermächtnis in der Regel nur auf einen einzelnen Gegenstand, wie auf eine Wohnung, ein Sparbuch, Schmuck o.ä. Dabei erhält der Vermächtnisnehmer einen Anspruch gegen Ihren Erben, das von Ihnen verfügte Vermächtnis zu erfüllen. Wir beraten Sie gerne, welche Möglichkeiten Ihnen hier zur Verfügung stehen.

Testamentsvollstreckung

In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, wenn Sie eine Person Ihres Vertrauens bestimmen, die sich um den Nachlass kümmert. Die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers kann beispielsweise
sinnvoll sein, um Streitigkeiten unter den Erben zu vermeiden, wenn die Personen einer Miterbengemeinschaft weit voneinander entfernt leben und es so schwierig ist, den Nachlass zu verwalten oder auch auseinander zu setzen, wenn ein Unternehmen fortgeführt werden soll, bei dem der Testamentsvollstrecker die Erben unterstützen soll, oder wenn ein Objekt, etwa ein Mietshaus, bis zu einem gewissen Alter eines Kindes, von dem Testamentsvollstrecker verwaltet werden soll. Mit der Testamentsvollstreckung können Sie sicherstellen, dass Ihre Vorstellungen und Ihr Wille nach Ihrem Tod
auch umgesetzt werden. Wir erklären Ihnen, wie eine Testamentsvollstreckung sinnvoll einzusetzen ist.

Erbenhaftung / Ausschlagung der Erbschaft

Wenn Sie aufgrund gesetzlicher oder aber auch gewillkürter Erbfolge Erbe geworden sind, sollten Sie zunächst prüfen, ob Sie die Erbschaft überhaupt annehmen wollen oder ob es besser ist, sie auszuschlagen. Sofern Sie die Erbschaft annehmen, übernehmen Sie den gesamten Nachlass des Erblassers, treten also rechtlich in seine Fußstapfen. Zum einen Erben Sie das gesamte Vermögen des
Erblassers. Zum anderen treten Sie auch in seine Rechte, aber auch seine Pflichten ein. Daher ist zu beachten, dass Sie auch sämtliche Schulden des Erblassers übernehmen. In diesem Falle können Sie die Erbschaft zunächst einmal ausschlagen. Die Ausschlagung muss grundsätzlich binnen 6 Wochen nach Kenntnis vom Anfall der Erbschaft dem Nachlassgericht gegenüber erklärt werden. Hat der Erblasser seinen letzten Wohnsitz im Ausland gehabt oder hält sich der Erbe zu Beginn der Frist im Ausland auf, beträgt die Frist zur Ausschlagung der Erbschaft 6 Monate. Aber auch dann, wenn Sie eine ver- oder überschuldete Erbschaft antreten, gibt es Möglichkeiten, die Haftung für die geerbten Schulden auf die Erbmasse zu beschränken. Die Gläubiger können sich zwar mit ihren Forderungen an die Erbmasse halten, Ihr eigenes Vermögen bleibt jedoch für den Zugriff verschont. Um diese Haftungsbeschränkung zu bewirken, könne Sie beispielsweise bei dem Nachlassgericht die sogenannte Nachlassverwaltung oder beim Amtsgericht als Insolvenzgericht das Nachlassinsolvenzverfahren beantragen.

Wir helfen Ihnen dabei, auch bei einem überschuldeten Nachlass den Überblick zu behalten. Wichtig ist allerdings, dass Sie unverzüglich nach Kenntnis der Erbschaft Kontakt mit uns aufnehmen, damit keine wertvolle Zeit verloren geht.

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